Unglaube

Im Dezember 2014 erschien mein Debütroman Unglaube. Jahrelang habe ich nach einem Anfang für das gesucht, was ich aufschreiben wollte. Szene über Szene entstand. Ich verwarf sie alle.
Im Jahr 2010 überfiel mich während eines kurzen Momentes die Erinnerung an jene Begebenheit aus meiner Jugendzeit und ich wusste, ich hatte schlicht an der falschen Stelle begonnen. Was entstand ist keine Autobiografie, kein Märchen, kein Krimi, keine Liebesgeschichte, nichts Historisches. Es ist ein Roman. Ein Entwicklungsroman.

 

Zum Inhalt:
Sonntagabend in der mittehessischen Provinz: Im dunkelblauen, wadenlangen Rock eilt Rosalinde Hohmann zur Jugendstunde. Sie wollte den orangefarbenen anziehen, doch der Vater hat es verboten. Er ist zu kurz.
Rosalinde wächst in einer streng gläubigen Familie auf und lebt in einem sicheren Abstand zu weltlichen Belangen. An einem Herbstabend raubt Aaron, der geheime Freund ihrer jüngeren Schwester, Rosalinde einen Kuss. Sie flieht – und kann den Kuss nicht vergessen. Sie ist zwanzig.
Der Kuss bringt sie in Gewissensnot. Doch sie ist nicht das vom Vater und der Gemeinde eingeforderte Geständnis, eine Sünderin zu sein. Rosalinde quält ihr Unvermögen, sich schuldig zu fühlen – vor Gott. Sie gerät in eine Zwickmühle Angst vor der Verdammnis und dem Hunger nach einem natürlichen Leben, ohne Verurteilung.
Der Roman schildert die lebensferne christliche Sexualmoral und wirft ein kritisches Licht auf die „frohe Botschaft“ des christlichen Glaubens: eine Todesbotschaft für vom Glauben Abgefallene und Ungläubige.


Leseprobe


Elke Metke-Dippel, Unglaube

ISBN: 978-3-945175-08-8


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  3 comments for “Unglaube

  1. Anne
    3. März 2016 at 10:42

    Liebe Frau Metke – Dippel,
    bedrückende Erfahrungen brechen sich in dem Buch Bahn, die Sie in einer wunderbar facettenreich- und bilderreichen Sprache zum Ausdruck bringen. Ich selbst entstamme Ihrer Generation und kann sehr gut nachvollziehen, was gemeint ist.
    Schlimm, in welche Gewissenskonflikte junge Menschen in einem solchen Umfeld getrieben wurden und sicherlich auch teilweise noch werden.
    Ich bewege mich selbst inzwischen wieder in frei kirchlichen Kreisen, in denen ich diese Strukturen Gott sei dank in keinerlei Weise wiederfinde.
    Glaube bedeutet Freiheit, Kindsein, Geborgenheit für mich .
    Bedenklich stimmt mich, dass in der Ankündigung Ihrer Lesung Evangelikale und Bilbeltreue Christen hier mit den Erfahrungen des Buches gleichgesetzt werden. Dass dies in der heutigen Kirchen – und Gemeindelandschaft so nicht mehr zutreffend ist, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Es wäre schade, wenn sich hier die Dinge überlappen und damit ein vorurteilsfreies Bild auf Christen verhindert würde.
    Ich gratuliere Ihnen zu der sehr schönen und schlicht gehaltenen Website und wünsche Ihnen weiterhin Gelingen bei ihren Schreibprojekten.
    Anne

    Hanns Dieter Hüsch:
    Ich bin vergnügt – erlöst – befreit
    Gott nahm in seine Hände
    Meine Zeit, mein Fühlen, Denken,
    Hören, Sagen. Mein Triumphieren
    und Verzagen. Das Elend und
    die Zärtlichkeit.

    Was macht, dass ich so fröhlich bin
    In meinem kleinen Reich.
    Ich sing und tanze her und hin
    Vom Kindbett bis zur Leich.

    Was macht, dass ich so furchtlos bin
    an vielen dunklen Tagen.
    Es kommt ein Geist in meinen Sinn
    Will mich durchs Leben tragen.

    Was macht, dass ich so unbeschwert
    und mich kein Trübsinn hält,
    weil mich mein Gott das Lachen lehrt
    wohl über alle Welt.

  2. wolfgang
    14. Februar 2016 at 9:51

    Das ist mein Glaube:

    Wähnen, glauben, fürchten, lieben,
    sich erfreuen und betrüben,
    bald sich wagen, bald besinnen,
    oft verlieren, oft gewinnen,
    auf der Bahn, wo sie gegeben,
    dornig, rosig, holprig, eben,
    sich vertiefen, sich erheben,
    zwischen Furcht und Hoffnung schweben,
    Traum mit Wirklichkeit verwegen,
    doch wo möglich vorwärtsstreben,
    das ist eben Menschenleben.

    Hans Georg Nägelie

  3. Aiki Medienwerkstatt
    28. Dezember 2014 at 17:38

    Schon mit den ersten Sätzen hatte mich das Buch gefangen. Allein die Sprache macht deutlich, wo wir uns befinden: Ende der 1970er oder Anfang der 1980er Jahre in einer zeitlich rückgewandten, streng religiösen Welt der „Brüder“. Die Autorin zieht ihre Leser in diese Welt hinein, nimmt sie an die Hand, erklärt ihnen das Weltbild der „Brüder“ und zeigt an Rosalindes Beispiel, welche Konsequenzen auftreten können, wenn man sich aus der geschlossenen Gemeinschaft heraus wagt.

    Das Buch ist rundum stimmig und hat mich als in sich geschlossener Mikrokosmos von sich eingenommen. Wer sich an das Thema „übertriebene Frömmigkeit“ und deren Auswirkungen auf die Menschen heranwagt, wird mit einer großartigen Geschichte belohnt.


    Zur vollständige Rezension der Aiki Medienwerkstatt

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